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Der weibliche Zyklus aus Sicht der chinesischen Medizin

Der weibliche Zyklus - Das ausgeglichene Zusammenspiel von Yin und Yang.

 Eine ausführliche Beschreibung zum Thema Zyklus und Kinderwunsch findest du in meiner Diplomarbeit..

 

 

Fast jede Frau kennt den (leider oft unangenehmen), monatlichen Besuch der Periode. Bei vielen Frauen ist sie begleitet von Schmierblutungen, Kopfschmerzen, PMS oder starken Unterleibsbeschwerden. Das sollte aber nicht der Fall sein. Herrscht im Körper ein Gleichgewicht zwischen den Funktionskreisen, dann sollte die monatliche Blutung ohne Probleme verlaufen. 

 

Welche Organe sind für die Periode verantwortlich?

Der Menstruationsyklus steht hauptsächlich unter dem Einfluss von Herz, Milz, Niere und Leber. 

Die Milz sorgt für das benötigte Qi, um das Blut lange genug in der Gebärmutter zu halten und um im Herzen für eine ausreichende Blutproduktion zu sorgen. 

Das Herz ist ausserdem dafür verantwortlich, dass sich die Yin-Phase zur Yang-Phase wandelt (Eisprung) und die Yang-Phase wieder zur Yin-Phase wandelt (Einsetzten der Blutung)

Die Niere speichert die Essenz. Die Essenz wird auch Vor-Himmels-Qi genannt, und wird angezapft wenn die Milz nicht genügend Qi produziert. Ist die Essenz zu Ende stirbt der Mensch. Im Bezug auf die Menstruation trägt sie indirekt zur Blutbildung bei. Ausserdem steht sie für Wachstum und Fortpflanzung, also den Hormonen. Sie beeinflusst die Empfängnis, und ist deshalb bei Kinderwunsch ein wichtiges Thema. (Dazu mehr im nächsten Artikel)

Die Leber sorgt für einen harmonischen Qi-Fluss, vor allem auch in der Gebärmutter,  und dient als Blutspeicher. 

 

Der Menstruationszyklus dauert idealerweise 28-29,5 Tage (eine Mondphase). Die Blutung sollte ohne vorherige Schmierblutung beginnen, ca 4-5 Tage dauern und ohne Schmierblutung wieder aufhören. Schmerzen oder andere Begleiterscheinungen sollten nicht vorhanden sein.


Hier ein kleiner Einblick in die chinesischer Sicht des Zyklus...und wie du dich in der jeweiligen Phase unterstützen kannst

 

Die ersten 5 Tage befindet sich der Körper im Blut-Stadium. Die Gebärmutter entleert sich und baut aber schon ab dem 2. Tag wieder neue Gebärmutterschleimhaut auf.

In dieser Phase sollte man sich schonen. Scharfe, bittere  und saure Lebensmittel sollten nicht im Übermass verzehrt werden. Scharf und bitter verbrauchen Körpersäfte und sauer würde die Gebärmutter zusätzlich zusammenziehen lassen, was das Blut innen halten lassen würde. Ausserdem Kälte und Nässe meiden (eigentlich nicht schwimmen gehen, keine Badewanne), sich Ruhephasen gönnen und Stress vermeiden.

 

Ab dem 6. Tag beginnt die Yin-Phase (Östrogen steigt an). Jetzt sind Yin und Blut im Mangel und sollten gestärkt werden. Mit einem starken Yin kann gut in die Yang-Phase übergegangen werden.

Hier gilt es, viel zu trinken, Yin-fördernde Lebensmittel wie dunkle Bohnensorten, Gerste, Hirse, Spargel und dunkle Beeren essen. Allgemein ist Gemüse gut für den Blutaufbau. Und hier sei wieder erwähnt, dass der Anfang der Blutproduktion in der Qi-Produktion liegt. Also warme, süsse Lebensmittel und leichte Bewegung an der frischen Luft. Scharfe Lebensmittel verbrauchen Yin und somit Blut, saure Lebensmittel hingegen bewahren das Yin. 

 

Am 14. Tag ist Eisprung, jetzt geht das Nieren-Yin in das Nieren-Yang über. Ein reibungsloser Qi-Fluss macht dies möglich. 

Vermeide Stress, Zeitdruck und Ärger so gut wie möglich, diese würden deinen Qi-Fluss blockieren lassen. Stärke dein Leberblut mit ausreichend Bewegung und viel gekochtem Gemüse.

 

Ab dem Tag nach dem Eisprung beginnt die Yang-Phase.

Die Gebärmutter sollte warm gehalten werden, dann sollte es auch weniger zu einer Kälte oder Stagnation kommen, was sich in Schmerzen und klumpiger Blutung zeigen kann. Warme Lebensmittel den kalten bevorzugen. Yang-fördernde Lebensmittel sind z.B. Knoblauch, Zwiebeln, Lammfleisch, schwarze Bohnen, Walnüsse, Maronen, Pistazien und Quinoa. Man kann ein wenig scharf essen.

 

Kurz vor der Periode steigt das Leber-Yang an

Dies lässt die Reizbarkeit, den Ordnungszwang und eventuelle Kopfschmerzen erklären. Bei einem Leberblutmangel sind diese Symptome, auch unter PMS (Prämenstruelle Syndrom) bekannt, dann besonders ausgeprägt. Regelmässige Bewegung in Form von Joggen und Spaziergängen lassen das Qi besser fliessen und Stagnationen besser auflösen. 

 

Anhand der Basaltemperaturkurve lässt sich die Qualität von Yin und Yang gut darstellen. Sie wird mittels täglichen, morgendlichen Messens der Körpertemperatur festgestellt. Wichtig dabei ist, dass die Uhrzeit immer die selbe sein soll und man 3-4 Std. am Stück geschlafen haben sollte. 

 


Wenn man ein bisschen in sich hineinhört, dann erkennt man bald ein Muster im Zyklus und was einem in der jeweiligen Phase gut tut . So lässt sich die Energie besser einteilen und wir können effektiver daraus schöpfen. 


 

 Eventuelle Probleme des Zyklus und ihre Ursachen nach der TCM: 

Die Länge des Zyklus, das Aussehen des Blutes und ob Schmerzen oder sonstige Beschwerden vorhanden sind, kann auf ein Ungleichgewicht im Körper deuten. 

Eine Abweichung im  Menstruationszyklus alleine reicht nicht, um eine Diagnose zu stellen. Meist kommen noch einige mehr Symptome hinzu. 

Hier ein paar Beispiele, wann eine Abweichung im Zyklus auftreten kann:

 

Milz-Qi-Mangel: die Milz kann das Blut nicht mehr halten, es kann z.B. zu einem verkürzten Zyklus, zu Zwischenblutungen, zu einer geringen Blutung, zu vermehrten Flour vaginalis, zu Schmierblutungen kommen. Hinzu kommen Symptome wie Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, kalte Extremitäten, Ödeme. Oft entwickelt sich aus den Milz-Qi-Mangel ein Leberblutmangel.

 

Leber-Blutmangel: es ist zu wenig Blut im Speicher, das heisst es kann zu einer geringen Blutung kommen, der Zyklus kann sich verkürzen (bei folglicher Entstehung von Hitze), aber auch verlängern oder ganz ausbleiben. Ausserdem kann sich das PMS verstärken, es kann zu zyklusbedingter Migräne kommen. Ist der Leber-Blutmangel ausgeprägt kann es zu einer Stagnation kommen, welche dann Schmerzen während der Periode verursacht. Auch kann das Blut dann klumpig werden. Zusätzlich gibt es Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmung, Reizbarkeit, trockene Augen, Nägel  und Haare, Muskelverspannungen usw. 

 

Ungleichgewicht in den Nieren:  Es kann zu einer Störung in der Hormonausschüttung und somit zu einem unregelmässigen Zyklus, sowie zu Zwischenblutungen kommen. Ein Blutmangel kann nierenbedingt sein, deshalb kann es dann folglich auch zu diesen Symptomen führen.  Bei einem Nieren-Ungleichgewicht treten noch Symptome auf, die die Lendenwirbelsäule, Knie und die Blase betreffen, ebenso wie Ödeme, Kältegefühle, aber auch Hitzesymptome, je nach dem ob Yin oder Yang im Mangel ist. Auch Ängste spielen hier eine Rolle.  


Die Periode als Reinigung? 

Aus Sicht der traditionellen, chinesischen Medizin gilt die monatliche Blutung als Ausleitungsmöglichkeit, wenn Hitze oder eine Stagnation vorhanden ist. Die Pille durchzunehmen erscheint zwar in der Verzweiflung und dem Leidensdruck sinnvoll, wenn man unter starken Menstruationsbeschwerden leidet, packt aber das Problem nicht an der Wurzel an und kann das Qi sogar noch weiter stagnieren lassen.  

 


 Der Ansatz der TCM ist, die Funktionskreise wieder zu regulieren und den Körper so wieder in sein natürliches Gleichgewicht zu bringen. Akupunktur, Kräutertherapie und eine Anpassung der Ernährung sind die Mittel der Wahl. 

 

Wie immer gilt, dass dieser allgemein gehaltene Artikel keine individuelle Beratung und Behandlung ersetzt!

 

Ein ausgeglichener Organismus und somit ein reibungslos verlaufender Zyklus sind eine gute Basis für eine Schwangerschaft. Mehr zum Thema Kinderwunsch im nächsten Artikel. 

 

Eine schöne Woche und ein schönes Adventswochenende wünsche ich dir! Deine Anita


Kein Heilversprechen: Grundsätzlich soll bei keinem meiner Artikel der Eindruck erweckt werden, dass diesen ein Heilversprechen meinerseits zugrunde liegt, oder, dass Linderung oder Besserung eines Krankheitszustandes garantiert oder versprochen werden kann


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weiblicher Zyklus, TCM, Menstruation

Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Lorelei (Freitag, 14 Juni 2019 12:11)

    Hallo, welche Symptomatik würde denn für einen frühen Eisprung (9./10. Tag) sprechen? Vielen Dank!

  • #2

    Anita (Freitag, 14 Juni 2019 20:11)

    Liebe Lorelei,
    ein zu früher Eisprung liegt oft an einer Hitzeproblematik bzw. Yin- oder Blutmangel. Ist der Eisprung unregelmäßig steckt oft eine Qi-Stagnation dahinter. Eisprung um den 10. Tag kann aber auch noch im Rahmen sein. Genaues kann man aber nur mit Hilfe einer gesamten Diagnostik sagen. Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen.

    Liebe Grüße, Anita

  • #3

    Lorelei (Mittwoch, 19 Juni 2019 09:33)

    Vielen Dank!