· 

Der Winter und wie du deinen Körper in dieser Jahreszeit unterstützen kannst

In der daoistischen Lehre hat der Winter bereits am 15. November begonnen. Aber auch bei uns ist er schon voll im Gange. 

 

Der Herbst war das kleine Yin und ist jetzt übergegangen in das grosse Yin. Die kälteste und dunkelste Zeit des Jahres. Aber Yin steht auch für nach innen gerichtete Energie und Ruhe, Substanz, Flüssigkeit und Blut. Wir haben das Bedürfnis zu ruhen, Winterschlaf zu halten. Eine gute Methode, um Blut und Yin aufzubauen. Wir sollten jetzt Energie speichern und bewahren, um uns schon mal für den Frühling vorzubereiten. 

 

 

 

Der Winter wird dem Wasser-Element zugeordnet

Wasserorgane sind Niere und Blase. 

Diese sind anfällig für Kälte. Jetzt müssen wir dafür sorgen dass unser Ming Men warm bleibt. Ming Men bedeutet Lebenstor, es ist die Quelle unseres Yangs, also unserer Wärme und hat ihren Sitz in den Nieren. Der dazugehörige Akunkturpunkt ist DuMai 4 und liegt auf der Wirbelsäule Höhe des 2. Lendenwirbels. Diese Stelle sollten wir warm halten und bei Kälte direkt wärmen. Wenn wir abends anfangen zu frösteln, weil die Yang-Energie jetzt am Minimum ist, tut uns auch ein warmes Fussbad mit Ingwer sehr gut. Der Nierenmeridian beginnt unter der Fusssohle und die Wärme kann hier direkt eintreten. 

Liegt eine Kälte, also ein Yang-Mangel in den Nieren vor, erkennen wir das unter anderem an einer Schwäche und Kältegefühlen im Lendenwirbelbereich und Knien, an Rückensteifigkeit, an Wassereinlagerungen an Knöcheln und Lidern, einem allgemeinen Kältegefühl, Libidoverlust und mangelnder Willenskraft. 

Bei einem Nieren-Yin-Mangel mit Hitzegefühlen, nächtlichem Schwitzen, Schlafstörungen, dunklem Urin und Durstgefüheln, sollte natürlich nicht zusätzlich gewärmt werden. 

Lebensmittel im Winter

Dem Wasserelement sind salzige Lebensmittel zugeordnet. Hierbei muss man die thermische Wirkung beachten, da kalte Lebensmittel bei einem Yangmangel kontraindiziert sind. Eine kleine Übersicht kannst du hier einsehen. 

Der salzige Geschmack sollte nicht im Übermass verzehrt werden da sonst die Nieren eher geschwächt werden und Knochen und Zähne darunter leiden können. 

Allgemein können schwarze Lebensmittel dem Winter zugeordnet werden: schwarzer Sesam, Shitakepilze, dunkle Trauben, schwarze Oliven, schwarze Bohnen, Maronen. 

 Natürlich sollen wir kalte und kühlende Lebensmittel, wie Joghurt, Milch, Quark, Eis, Rohkost vermeiden. 

Maronensuppe wärmt ideal und hat eine Wirkung auf Milz und Niere. Rezept findest du hier


Emotionaler Aspekt

Haben wir eine starke Niere, haben wir Willenskraft. Wir sehen vorwärts, sind neugierig und zielstrebig. Bei einer schwachen Nierenenergie haben wir kein Urvertrauen, haben Minderwertigkeitsgefühle, sind unsicher und ziellos.

 

Die Niere wird durch Angst geschwächt

Angst und Schock greifen die Nieren an und lässt die Energie absteigen. Dies kann sich in nächtlichen Einnässen, starken Harndrang, weichen Knien und auch Durchfall zeigen. Übermässige, generalisierte Angst blockiert das Qi in Herz und Lunge und raubt so dem Körper Qi und Essenz. Dadurch wird der Körper schwächer und es entsteht ein Teufelskreis.

Andererseits leiden wir unter Ängsten wenn unsere Nieren geschwächt sind. 

Hier kannst du dich mit Bewegung stärken. Im Winter gilt aber nur mässige Bewegung ohne viel Schwitzen, vor allem wenn man draussen sportelt. Auch sollte man warten bis die Sonne aufgeht. Der beste Zeitpunkt ist morgens vor dem Frühstück, das regt auch den Appetit an. 

Auch mit der Aromatherapie können gute Erfolge erzielt werden. Düfte wie Lavendel, Mandarine, Melisse und Rose können als Raumduft oder zum Mitnehmen auf ein Stück Stoff, Armband oder Ähnlichem eingesetzt werden.  

Blutaufbau für den Frühling

Im Winter sollten wir genügend Blut und Qi für den Frühling aufbauen, um voller Energie in die Yang-Phase starten zu können. Einen Blutmangel erkennt man unter anderem an Schlafproblemen, trockener Haut, Haaren und Nägeln, Reizbarkeit, Muskelverspannungen und Migräne.

 

Yin und Blut wird im Liegen und Schlafen aufgebaut, wenn das Blut aus den Muskeln hin zur Leber fliessen kann. Der Schlaf vor 24 Uhr, im Winter am Besten ab 21 Uhr ist der Wertvollste, das hast du vielleicht schon selbst an dir beobachten können. 

Das Qi das wir zum Blutaufbau brauchen, wird in der Milz produziert. Die Milz liebt es warm. Das heisst so oft wie möglich, warme und süsse Lebensmittel (Kartoffeln, Karotten, Kürbis, Hirse, Polenta)  essen und den Tag mit einem warmen Frühstück beginnen. 

 Mässige Bewegung an der frischen Luft belüftet die Lunge und lässt das Qi besser umwandeln.

 

Lebensmittel für den Blutaufbau:

  • etwas helles Fleisch, als Vegetarier möglichst dreimal die Woche Hülsenfrüchte
  • dunkelgrünes Gemüse wie Brokkoli, Grünkohl, Mangold, Spinat,
  • etwas süss-saurer Anteil (Sauerkirschen, rote Trauben, Johannisbeeren),
  • kühle Lebensmittel sowie das Dämpfen und Blanchieren von Lebensmitteln erhöhen den Yin-Anteil und tragen somit zur Blutbildung bei. Vorsicht hier aber bei einem Yang-Mangel und Milz-Qi-Mangel.
  • Zum Blutaufbau eignet sich auch eine lang gekochte Kraftbrühe (auch ohne Fleisch möglich), die dann über einen längeren Zeitraum täglich zu sich genommen werden sollte. 
  • Alkohol wirkt der Blutbildung entgegen. 

 

 

Mehr zur Qi- und somit Blutproduktion kannst du hier nachlesen. 

 

Ich hoffe ich konnte dir ein paar hilfreiche Tipps aus der chinesischen Medizin geben. Bis nächste Woche, deine Anita


Pin es auf Pinterest: 

Winter, TCM, 5-Elemente-Ernährung

Kommentar schreiben

Kommentare: 0