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Ernährung nach den 5 Elementen Teil 2

Und los geht mit den 5 Geschmäckern, jeder einzelne von ihnen hat es in sich. 

 

Jeder Geschmack ist einem Element und somit einer Jahreszeit zugeordnet. Elemente wirken innerhalb verschiedener Zyklen und beeinflussen dann ein anderes Element. Beispiel am Kontrollzyklus (rote Pfeile):  

Metall kontrolliert Holz, d.h. dass der scharfe Geschmack auf die Leber wirkt, welche dem Holz zugehört. 

Ein Lebensmittel kann auch mehrere Geschmäcker haben.


Holz - Der Saure Geschmack- Frühling - Wirkung auf Leber und Gallenblase

Das Holz gehört zum Frühling, es unterstützt aber auch das Metall-Element im Herbst, indem es säftebildend wirkt, was im Sommer und Herbst günstig ist.

Die meisten einheimischen Früchte, die im Sommer und Herbst reif sind sowie Südfrüchte haben einen sauren Geschmack. Im Winter ist dies eher ungünstig, da saures rohes Obst oft von kühler Thermik ist, und man von aussen schon genug Kälte abkriegt. Dünstet man jedoch das Obst wird es energetisch wärmer und ist dann gut bei Blut-Mangel. Milchprodukte, die mit Milchsäurebakterien angereichert werden wie Joghurt und Dickmilch gehören auch zum sauren Geschmack und sollten wegen der ebenfalls kühlen Wirkung nur mässig konsumiert werden. Gärungsgemüse wie Sauerkraut, Bohnen und Gurke sind in kleinen Mengen gut für Magen, Milz, Leber und Darm.

Der saure Geschmack wirkt zusammenziehend und dadurch befeuchtend, weil er die Säfte innen hält. Er sollte bei Erkältungen gemieden werden, da er Krankheit ins Innere bringt. Also nach der TCM kein Vitamin-C-haltiger Orangensaft!

Ein wenig saure Lebensmittel lösen stagniertes Leber-Qi (man fühlt sich geladen, wird schneller wütend, der Rippenbogen spannt, man muss viel seufzen oder leidet unter Kopfschmerzen). Aber Vorsicht: zu viel saure Lebensmittel wirken sich gegenteilig aus.


Feuer – Der bittere Geschmack – Sommer- Wirkung auf Herz und Dünndarm

Bittere Lebensmittel sind Kaffee, Kurkuma, Oregano, Rotwein, bittere Salate, grüner Tee. Diese trocknen aus (verbrennen) und können den Körper daher bei übermäßigen Verzehr überhitzen. Deshalb sind sie bei Blut- oder Yin-Mangel  (trockene Augen, Haare, Muskelverhärtungen, Reizbarkeit, Schwitzen, Durst, Verstopfung) zu meiden.

Bittere, kalte Lebensmittel (Catalogna, Löwenzahn) wirken abführend und drainierend (sammelt Flüssigkeiten an), trocknen aus, senken ab (z.B. das Leber-Yang bei Kopfschmerzen), stützen das Herz-Yin bei Unruhe, Schlafproblemen und wirken entzündungshemmend.

Warme bittere Lebensmittel (Bohnenkraut, Majoran, Rosmarin, Kaffee) regen die Verdauung an und helfen bei der Umwandlung von Nährstoffen, fördern den Gallenfluss und verteilen das Leber-Qi


 

Erde – Der süße Geschmack – Übergangszeiten (letzten 18 Tage jeder Jahreszeit) - stärkt Milz und Magen

Der süsse Geschmack sollte den Hauptteil einer Mahlzeit ausmachen. Er ist der einzige Geschmack, der im Übermass konsumiert werden darf und sollte, da er Qi aufbaut, nährt und befeuchtet. Süss verteilt Qi in alle Richtungen, beruhigt und entspannt, wirkt ausgleichend und harmonisierend.

Wichtig hierbei ist, dass die „echte“ Süße gemeint ist und nicht industrieller Zucker und gesüßte Lebensmittel. Süsse Lebensmittel sind süsse Getreide wie Polenta und Hirse, Kartoffeln, Karotten, Zwiebel gebraten, Pinienkerne, Walnüsse, Kürbis, Mais, Tofu, Sojamilch, süßer Apfel.


Metall – Der scharfe Geschmack – Herbst, unterstützt das Holz im Frühling - wirkt auf Lunge und Dickdarm

Der scharfe Geschmack wird dem Herbst zugeschrieben, wirkt aber auf das Holz-Element des Frühling durch seine dynamisierende Wirkung, die wir im Frühling eher brauchen. Im Frühling ist alles im Wachstum, auch im Körper werden wieder Yang-Energien mobil. Um dann das Leber-Qi ungehindert zum Fliessen zu bringen empfiehlt man den scharfen Geschmack.

Aber natürlich auch im Herbst wenn sich wieder erste Erkältungen anbahnen, kann der scharfe Geschmack sinnvoll eingesetzt werden, um Erreger auszuschwitzen. Durch die zerstreuende und bewegende Wirkung des Scharfen, löst er Stagnation und leitet nach oben und aussen.

Im Sommer sollte nur mässig Scharfes gegessen werden, um Stauung von Hitze zu vermeiden.

Bei übermäßigen Genuss, kann ein Yin- Mangel entstehen, da viel Flüssigkeit über die Poren verloren geht. Ausserdem kann sich aus Feuchtigkeitsansammlungen im Körper Feuchte-Hitze (z.B. eine Neurodermitis, die wieder aufflammt) entwickeln.

Scharfe Lebensmittel und Gewürze sind Curry, Ingwer, Knoblauch, Radieschen, Reis, Pfefferminztee.


Wasser – Der salzige Geschmack – Winter- ist der Niere und Blase zugeordnet

Der salzige Geschmack leitet in die Tiefe, löst Stagnation, wirkt aufweichend und löst Schleim (bestes Beispiel das Emser Salz zur Behandlung der Nasenschleimhaut)

Salzig festigt die Knochen, aber Achtung: bei übermässigen Konsum wird jedoch das Gegenteil erreicht, vor allem wenn zu viel Kochsalz (also Natriumchlorid) zum Einsatz kommt.

Salzige Lebensmittel sind z.B. Käse, Erbse, Kichererbse, Olive, Alge, Sojasosse


 

 

Hier noch eine Tabelle um die Einteilung von Thermik und Geschmacksrichtungen zu veranschaulichen: 

 

 

Kalt

Kühl

Neutral

Warm

Heiss

Holz - sauer

Sauerampfer, Tomate, Kiwi

 

Couscous, Weizen, Quark, Orange

Bulgur, Himbeere 

Grünkerne, Essig, Petersilie

 

Feuer - bitter

 

 

Buchweizen, Kopfsalat, Rucola 

Amaranth, Feldsalat, rote Beete

 Quinoa, Kurkuma, Rosmarin, Kaffee

Lamm, gegrilltes Fleisch

Erde - süss

 Salatgurke, Mango

 

Blumenkohl, Broccoli, Zucchini, Weintraube

Kohlrabi, Rotkohl, Dattel, Feige, Rind

Süssreis, Fenchel, Rosine, Vanille

 

Metall - scharf

 

 

Kresse, Radieserl, Minze

Reis, Rettich

Basilikum, Lauch, Hafer

Curry, Ingwer, Koblauch, Yogi-Tee

Wasser - salzig

Sojasosse, Mineralwasser

 

Mungbohne, Tintenfisch

schwarze Bohne, Erbse, Linse, Kichererbse 

Salami, Kabeljau, Thunfisch, Parmesan

 

 

 

Eine Umstellung der Ernährung braucht Zeit und muss Schritt für Schritt entstehen. Versuche dich nicht zu stressen und unter Druck zu setzten.

 

Empfehlenswerte Bücher dazu sind:

5-Elemente Ernähung (inklusive dem Poster mit der Einteilung der Lebensmittel ) von Barbara Temelie

Iss, was du bist von Tanja Bunse und Esther Krahwinkel

 

Dieser allgemein gehaltener Artikel ersetzt keine individuelle und persönliche Beratung und Behandlung!

 

Bis zum nächsten Mal und eine schöne Woche

 

Quellen: 5-Elemente Ernährung von Barbara Temelie, Leitfaden Chinesische Medizin von Claudia Focks

Eine Einführung in die  5-Elemente-Ernährung der TCM, im Teil 2 werden die Geschmacksrichtungen besprochen

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