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Die Organuhr

Du wachst immer zwischen 1 und 3 Uhr nachts auf? Pünktlich um 7 Uhr hast du Stuhlgang? Dein Appetit kommt erst um 10 Uhr? 

Die TCM hat dafür natürlich eine Erklärung parat: Die ORGANUHR

 

Jedem Organ wird nach dem Modell der Organuhr eine Zeit zugeteilt, an der sie an ihrem Energiemaximum oder -minimum ist. Das hat damit zu tun, dass das Qi, also deine Lebensenergie nach einer bestimmten Reihenfolge und in einer gewissen Geschwindigkeit durch deine Meridiane läuft. Die Meridiane sind Leitbahnen, die deinen ganzen Körper durchziehen und so deine Organe, aber auch bestimmte Körperregionen versorgen. Zu welcher Zeit des Tages dieser Verlauf beginnt hat auch mit dem Einfluss der Sonne zu tun und wann wir schlafen gehen. Aus westlicher Sicht hängt dieser Verlauf mit der Ausschüttung der Hormone wie Melatonin und Cortison zusammen. 

 

In der Zeit des Maximums können wir diese Energien nutzen und das Organ sinnvoll einsetzen, in der Zeit des Minimums sollten wir es eher schonen und ruhen lassen.  Je mehr wir uns an diesen Verlauf halten, umso schonender ist es für unseren Körper und umso effektiver arbeitet unser Körper.

Auffälligkeiten, die zu einer bestimmten Zeit auftreten, können einer Schwäche in diesem Organ zugeschrieben werden. 

 

Hier eine kleine Übersicht: 

3-5 Uhr, Lunge

Die Lunge ist ein wichtiges Organ für die Qi-Produktion, deinem Immunsystem, sowie der Verteilung der Flüssigkeiten im Körper. Trauer schädigt die Lunge. Am Besten hier noch tief schlafen, damit sich die Lunge erholen kann. und ihren Aufgaben nachkommen kann. Ein offenes Fenster in der Nacht bringt firische Luft und versorgt deine Lunge optimal. Viele Lungenprobleme, wie Asthma, Husten usw. treten gerne in dieser Zeit auf.

 

5-7 Uhr, Dickdarm

Um diese Zeit wachst du auf? Sehr gut. Hier ist eine gute Zeit um den Darm zu entleeren. Viele trinken gleich nach dem Aufstehen ein Glas warmes Wasser, das hilft dabei den Darm in die Gänge zu bringen und begrüßt auch deinen Magen schon mal ganz liebevoll. 


7-9 Uhr, Magen

Der Magen bildet zusammen mit der Milz die "Mitte" und deren Zustand ist ausschlaggebend für die Produktion von Qi. Am Besten startest du um diese Zeit mit einem warmen Frühstück, damit es von 9-11 Uhr von der Milz ganz schonend (da schon von Topf und Herd vorgegart) verwertet werden kann.


9-11 Uhr, Milz

Einen starke Milz gibt uns eine gute Haltung, körperlich wie geistig. Viele bemerken in dieser Zeit, dass sie ihre beste Konzentration haben. Auch die Wundheilung ist jetzt an ihrem Höhepunkt.  Wie schon beim Magen erwähnt: wenn du warm frühstückst, schonst du deine Milzenergie, in dem sie das Essen nicht noch aufwärmen muss. Das Verdauungsfeuer kann so besser lodern und wärmt deinen Körper und lässt ihn so effektiver arbeiten. Da die Milz hier am Besten arbeitet, sollte das Frühstück die größte Portion des Tages ausmachen. 


11-13 Uhr, Herz

Ein ausgeglichene Herzenergie lässt uns Freude empfinden, uns Ideen in die Tat umsetzten, unseren Shen strahlen. Wir haben Lust zu sprechen,  zu essen, zu leben. Verbringe Zeit mit Gesprächen und in Gesellschaft, hier kannst du gut und voller Freude in Kontakt treten. Ein kleiner Espresso oder eine Tasse Kaffee beflügelt unser Herz noch mehr. 


13-15 Uhr, Dünndarm

Am Besten wäre jetzt ein Päuschen, ein kleiner Mittagsschlaf, damit der Dünndarm gut durchblutet wird.  Den Tag kann man hier schon mal Revue passieren lassen und Entscheidungen können gedanklich gut getroffen werden, damit es dann in die nächste produktive Runde gehen kann. 


15-17 Uhr, Blase

Der Arbeitstag sollte sich langsam dem Ende neigen und  Hier ist man nochmal produktiv. Um diese Zeit eine letzte Runde Tee. 


17-19 Uhr, Niere

Die Niere speichert unsere Essenz. Diese sollte so gut es geht bewahrt werden, da sie unsere Lebenszeit bestimmt.

Feierabend: Zeit für Ruhe, Familie und Freunde, jetzt kein Kaffee mehr, dafür ein beruhigender Tee. Die Hauptzufuhr von Flüssigkeit sollte bis dahin stattgefunden haben (ca. 80%). Jetzt noch ein leichtes Abendessen, da bald der Magen an seinem Minimum angekommen ist. Viele nutzen diese Nierenenergie auch, um nochmal Kraftsport zu betreiben. Achte hier sehr darauf, was dir gut tut. 


19-21 Uhr, Perikard - Herzbeutel

Jetzt wäre noch mal eine gute Zeit für Herzensangelegenheiten: ein Buch, einen Film oder ein Treffen mit Freunden. Auch Kinder brauchen hier nochmal Kuschelzeit. 


21-23 Uhr, SanJiao - der Dreifach-Erwämer

Der Dreifach-Erwärmer verkörpert alle Vorgänge, welche mit Stoffwechsel und Flüssigkeiten auf allen Ebenen (Haut-Verdauung-Harn) zu tun haben. Wie der Name sagt ist dabei wichtig, dass dein Körper genug Wärme, also Yang hat. Damit diese Vorgänge Zeit haben sich zu regenerieren, sollte man seinem Körper hier keine Flüssigkeiten (=Yin und abkühlend) mehr zuführen und dem Körper Ruhe gönnen. Im Winter, wenn viel Kälte von außen eindringen kann, sollte man optimalerweise schon im Bett liegen. Im Sommer spätestens ab 23 Uhr.


23-1 Uhr, Gallenblase

Ist die Gallenblase stark, schläft man hier ruhig und gut. Kinder wachen um diese Zeit gerne noch mal auf, um sich zu versichern, ob alles in Ordnung ist und auch kein Monster unter dem Bett lauert. Die Holzenergie (Leber-Gallenblase) von Kindern ist meist etwas geschwächt bzw. wird durch den Wachstum stark gefordert und der Mut verlässt sie gerne um diese Zeit.  Aber auch bei Erwachsenen zeigt sich eine Schwäche im Holzlement in diffusem Angstgefühl um diese Uhrzeit.


1-3 Uhr, Leber

Die Leber hat unter anderem zur Aufgabe, das Blut mit Nährstoffen und Weichmachern anzureichern. Das Blut läuft im Liegen zu den Organen, deshalb ist es wichtig, gerade um diese Zeit zu liegen. Egal ob man schläft oder nicht. Wer um diese Zeit aufwacht, hat oft ein schwaches Leberblut. Die Wanderseele Hun ist dann nicht gut verankert und neigt dazu "umherzuwandern" und den Körper so aufzuwecken.

 

 

Ich hoffe ich konnte dir einen kleinen Einblick schaffen und wünsche dir eine schöne Zeit bis zum nächsten Mal! 

 

 

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