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Kopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen, zyklusbedingte Migräne, medikamenteninduzierter Kopfschmerz, Cluster, Trigeminusneuralgie, Kopfschmerz bei Infektionen, bei Erkältung und stressbedingt. Bis zu 200 Arten von Kopfschmerz kennt die Schulmedizin. Zum Teil sind die Schmerzen unerträglich und nicht behandelbar. Bei Migräne helfen oft nur Triptane. Es kann vorkommen dass bei häufiger Einnahme von Schmerzmitteln (auch Koffein) der Körper mit einer Art Entzug reagiert und in den Pausen der Schmerzmitteleinahme ein medikamenteninduzierten Kopfschmerz entsteht. 

 

Kopfschmerzen beeinträchtigen das Leben erheblich. Viele Situationen können nicht bewältigt werden. Oft verstecken sich hinter Kopfschmerz-Patienten perfektionistische, hilfsbereite Persönlichkeiten, die in Situationen kommen, die scheinbar bewältigt werden müssen. Diese lassen wieder Stress entstehen, der wiederum zu Kopfschmerz führt. Die Stimmung wird schlechter, die Lebensfreude sinkt und der Kopfschmerz beginnt das Leben zu bestimmen. Das muss nicht sein und sollte unbedingt durchbrochen werden. 

 

 

Die chinesische Medizin packt hier an der Wurzel an. Nachdem mit Akupunktur und chinesischen Kräutern der Energiefluss und die Körpersubstanzen positiv beeinflusst werden sollten, ist dann die Mitarbeit des Patienten gefragt. Eine Umstellung der Ernährung je nach Ursache des Kopfschmerzes und Konstiutionstyp ist nötig, ebenso der Umgang mit Stress und das Einlegen von genügend Ruhephasen. Somit kann der positive Zustand aufrecht erhalten werden. 

 

Wie teilt die chinesische Medizin den Kopfschmerz ein? 

Hier ist es wichtig, wie sich der Schmerz anfühlt, was ihn auslöst, was ihn verbessert und wo der Schmerz verläuft. 

 

Der Qi-oder Blut-Fluss im Kopf ist in irgendeiner Weise gestört. Es kann sein dass  Qi dort nicht mehr richtig fliessen kann und sich in einem Meridian staut, dass das Yang (Wärme, Hitze) in den Kopf aufsteigt, dass Wind mit Hitze oder Kälte (also eine Erkältung oder Grippe) eingedrungen ist oder dass sich dort eine Blutstase (meist infolge eines äusseren Einflusses) dort gebildet hat. 

Die Ursachen des Kopfschmerzes sind nach der TCM vielfältig. Sie können aufgrund von langanhaltend ausgesetzten Emotionen und stressbedingt sein, einer vererbten Schwäche der Konstitution, Eindringen von äusseren Faktoren wie Wind, Kälte oder Hitze oder auch aufgrund von Ernährungsfehlern und dadurch einer Schwächung des Qi und des Blutes. 

 

 

 

6 Meridianpaare und zwei ausserordentliche Meridiane verlaufen am Kopf. Durch die Lokalisation kann herausgefunden werden in welchen Meridian/Funktionskreis eine Blockade liegt. 


Unterscheidung des Kopfschmerzes aus Sicht der TCM

Oft steckt hinter Kopfschmerzen eine Leber-Disharmonie, ein Leberblutmangel. Die Leber hat die Aufgabe, mit Hilfe ihres Blutes, zu kühlen. Ist das Blut nicht reichlich vorhanden, dann kann das Yang, also die Hitze überhand nehmen und steigt dann in Richtung Kopf auf (=aufsteigendes Leber-Yang). Folgen sind Reizbarkeit, Hitzegefühle und eben Kopfschmerzen. Die sind dann oft sehr stark, pulsierend und oft einseitig (entlang des Gallenblasenmerdians). Sie bessern sich in aufrechter Lage, sind begleitet von Schwindel, Übelkeit, Augensymptomen wie Flimmen und Rötung, Tinnitus. Das Bild entspricht einer Migräne. Ausgelöst oft vor und während Periode oder nach Wut und Ärger.

Kann die Leber ihre Aufgabe, den Qi-Fluss zu harmonisieren nicht mehr nachgehen, dann kommt es zu einer Qi-Stagnation. Ein Spannungskopfschmerz mit wechselndem Charakter (mal ziehend, mal pochend, mal in der Tiefe, mal oberflächlich, mal ganzer Kopf, mal seitlich usw.), der bei Stress oder bei Hormonwechsel auftritt. Dazu kommen Stimmungsschwankungen, PMS, auch Magenschmerzen, Durchfall oder Spannungsgefühle im Rippenbogen,  je nach dem wo der Qi-Fluss stagniert. 

 

Schafft es die Milz nicht, Flüssigkeiten genügend umzuwandeln, dann entstehen Schleim und Feuchtigkeit, die sich auch im Kopfbereich ansammeln können. Die Schmerzen sind dann oft dumpf, meist im Stirnbereich oder im ganzen Kopf, eher morgens und sind begleitet von Appetitmangel und allgemeinen Schweregefühl. 

Ebenfalls intensiv und im Stirnbereich lokalisiert sind Kopfschmerzen, die aufgrund einer Nahrungsretention auftreten, dann begleitet von Sodbrennen und Druckgefühl in der Magen - und Brustregion. Essen macht den Kopfschmerz noch schlimmer. Kinder sind davon häufig betroffen.

Ist der Stirnkopfschmerz sehr stark ausgeprägt und von Unruhe und starkem Durstgefühl begleitet, dann steckt oft extreme Hitze, also Feuer dahinter, dass im Magenmeridian verblieben ist, zum Beispiel nach einer Erkältung. 

Kopfschmerzen im Stirnbereich oder auch im ganzen Kopf, die eher dumpf sind und sich im Liegen, nach Nahrungsaufnahme und bei Druckausübung bessern und bei Anstrengung und Stuhlentleerung verschlechtern, weisen auf einen Mangelzustand des Qi´s hin. Hier kommt eine Infektanfälligkeit, Spontanschweiss, Erschöpfung und geringer Appetit hinzu. 

Wenn es bei einem Blutmangel (des Herzens oder der Leber) zu Kopfschmerzen kommt, dann ist der Kopfschmerz eher am Scheitel lokalisiert, kann sich aber bis zur Stirn ausbreiten. Der Schmerz wird am Nachmittag/Abend schlimmer und ist von dumpfen Charakter. Dieser Kopfschmerz tritt dann eher zum Ende der Periode auf, wenn der Körper noch mehr Blut verloren hat. 

 

Ist der Kopfschmerz aufgrund einer Blut-Stase, also meist in Folge eines Traumas, dann ist der Schmerz fix zu lokalisieren und tritt meist nachts auf, wenn das Blut aus den Extremitäten hin zum Kopf und den Organen fließt. Der Schmerz ist dann sehr intensiv und bohrend.

 

Auch ein Ungleichgewicht in den Nieren verursacht Kopfschmerzen. Sie sind für die Versorgung des Hirns zuständig. Der Schmerz ist dann oft am ganzen Kopf oder Hinterkopf entlang des Blasen-Meridians (Nieren- und Blasenmeridian sind direkt miteinander verbunden) und eher mild mit Leeregefühl des Kopfes (bei Yin-Mangel sind die Schmerzen etwas intensiver bzw. tiefer sitzend als bei Yang-Mangel) . Je nach dem, ob Yin (also der kühlende Aspekt) oder Yang (also der wärmende Aspekt) im Mangel ist, kommen noch entsprechend Symptome hinzu. Bei einem Yin-Mangel: u.a. Unruhe, heisse Hände und Füsse und Gesicht und Schlafstörungen (Ein- und Durchschlafen gestört). Bei einem Yang-Mangel: u.a. Kälteaversion, man hat kalte Hände und Füsse, ist blass und neigt zu Wassereinlagerungen. 

Ein Kopfschmerz der ebenfalls im Blasenmeridian lokalisiert ist, kann aber auch bei einem aufsteigendem Leber-Yang (s.o.) vorkommen, dann ist er aber stärker und von pulsierenden Charakter. 

 

Auch der Clusterkopfschmerz und die Trigeminusneuralgie lassen sich nochmal in verschiedene Syndrome aufteilen. 

 

Leider leiden auch immer mehr Kinder unter Migräne und Kopfschmerzen. Oft ist dabei ein oder beide Elternteile auch von Kopfschmerzen betroffen und geben die energetische Schwäche dann so mit ihrer Essenz, also der angeborenen, vererbten Energie weiter. Sie ist vergleichbar mit unseren Genen und bestimmt unsere Konstitution. Bei Kindern kann sich Migräne auch nur mit starker Übelkeit, Bauchschmerzen, Herzrasen, Hautrötung, erhöhter Körpertemperatur, Schwindel, Durst oder Harndrang zeigen. Wenn Kopfschmerz vorhanden ist, dann betrifft er oft den ganzen Kopf. Ist der Kopfschmerz bei Kindern am Hinterkopf, ist das eher ungewöhnlich und gehört schulmedizinisch abgeklärt. 

 

Auch Kopfschmerzen die neu auftreten, in ihrer Intensität zunehmen, immer häufiger vorkommen oder wenn Schwindel, Sehstörungen oder andere neurologische Veränderungen dazu kommen, sollten schulmedizinisch abgeklärt werden. 

 

Die chinesische Medizin versucht den Energiefluss mittels Akupunktur und chinesischen Kräutern positiv zu beeinflussen. Ausserdem wird der Patient angeleitet seine Ernährung und seinen Lebensstil anzupassen, damit der positive Zustand aufrecht erhalten werden kann.  Dazu muss bei einem ausführlichen Gespräch herausgefunden werden, welches Ungleichgewicht vorliegt. 

 

Ich hoffe ich konnte dir einen Einblick geben, wie die TCM den Kopfschmerz sieht. Falls du Fragen hast, bitte schreibe einfach in den Kommentaren oder mich auch gerne persönlich an. 

 

Ich wünsche dir eine schöne Woche, deine Anita 

 


Kein Heilversprechen: Grundsätzlich soll bei keinem meiner Artikel der Eindruck erweckt werden, dass diesen ein Heilversprechen meinerseits zugrunde liegt, oder, dass Linderung oder Besserung eines Krankheitszustandes garantiert oder versprochen werden kann


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