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Heuschnupfen

Das Thema Heuschnupfen scheint noch weit entfernt zu sein, aber so manchen trifft es schon im Februar. Dauerniesen, juckende Augen, Müdigkeit, Krankheitsgefühl. Und das über mehrere Wochen. Das kann Kräfte zehren und auslaugen. Viele greifen dann zu Medikamenten, die das Ganze unterdrücken. In der chinesischen Medizin packt man die Allergie an der Wurzel an. Der optimale Zeitpunkt mit der Behandlung zu beginnen ist ca. 2-3 Wochen vor erwarteten Ausbruch. 

 

Wie sieht die chinesische Medizin den Heuschnupfen? 

Die Symptome des Heuschnupfens teilt man in der chinesischen Medizin dem Wind zu. Wind, Trockenheit, Nässe, Hitze und Kälte gehören zu den Krankheitsursachen, die von aussen auf uns einwirken. Diese treffen erstmal die Körperoberfläche und können bei längerem Bestehen ins Innere, also zu den Organen vordringen. Noch zu unterscheiden gilt es ob Hitze vorliegt. Hitzesymptome sind Überwärmung, Brennen,  Durst, Schwitzen, Verschlechterung im Warmen und das Sekret ist dann nicht mehr klar sondern wird gelblich. Als TCM-Therapeut zeigt mir die Zungen- und Pulsdiagnose noch an, ob Hitze vorhanden ist und wie fortgeschritten diese ist. 

 

Die Wurzel der allergischen Rhinitis, also die Ursache warum Wind und Hitze überhaupt so leicht eindringen konnten, können in einer Schwäche der Funktionskreise Lunge, Milz und Niere liegen und somit das Abwehr-Qi schwächen.  Eine Schwäche dieser Organe kann angeboren (Nieren-Essenz-Mangel) oder erworben sein z.B. durch Überarbeitung, Stress, nach langer Krankheit oder durch Ernährungsfehler. 



Das Abwehr-Qi

Das Abwehr-Wei-Qi zirkuliert in dem Raum zwischen Haut und Muskeln (CouLi) . Es ist dafür verantwortlich dass sich die Poren öffnen und schließen und kann somit Erreger abwehren oder gegebenfalls wieder an die Oberfläche lassen. Sozusagen wie kleine Wachen, die unseren Körper beschützen. Unterstützt werden kann das Ganze mit dem scharfen Geschmack, mit dem das Öffnen der Poren und somit das Schwitzen ausgelöst werden kann. Deshalb der Einsatz von Ingwer bei Eindringen von Wind-Kälte (Erkältung mit Frösteln und Halskratzen) oder Pfefferminztee bei Wind-Hitze (Erkältung, Grippe mit Fieber und Halsschmerzen). Des weiteren wärmt das Abwehr-Qi uns und befeuchtet. 

Das Abwehr-Qi braucht, um Fließen zu können, das Yin (Flüssigkeit) und Yang (Wärme) der Niere. Produziert wird das Wei-Qi mit Hilfe der Milz, der Lunge und der Niere. Die Milz produziert das aus der Nahrung gewonnene Nahrungs-Gu-Qi und schickt es zur Lunge. Die Lunge versetzt es mit Hilfe des Atmens mit dem "klaren Qi des Himmels-Qing-Qi" und schickt es als Sammel-Zong-Qi zur Niere. Die Niere wandelt es in Abwehr-Qi um und schickt es in den Cou Li. Ausserdem hat die Niere eine Verbindung zu den ausserordentlichen Meridianen, die die Zirkulation des Abwehr-Qi weiter unterstützen. 

 

 

Die Behandlung des Heuschnupfens liegt also erstmal in der Behandlung der Wind(-Hitze), die eingedrungen ist und dann in der Behandlung der Wurzel, also der Schwäche von Milz, Lunge und/oder Niere. Mit Hilfe der Akupunktur und Ohrakupunktur soll das Gleichgewicht wieder hergestellt werden. Akupunktiert wird ca 3-4 Wochen vor Heuschnupfenbeginn, anfangs 1-2 x wöchentlich, zur Behandlung der Schwäche dann 1x pro Woche.

Auch eine Umstellung der Ernährung, vor allem das Weglassen von Milchprodukten, ist bei der Behandlung von großer Bedeutung.

Die Dauer der Behandlung richtet sich danach, wie ausgeprägt die Schwäche ist. Grob kann man sagen, ungefähr einen Monat Behandlung pro Beschwerdejahr. 

 

 

 

Welches Ungleichgewicht bei einem persönlich in Frage kommt, kann bei einem ausführlichen Gespräch, welches alle Aspekte des Körpers und des Geistes miteinbeziehen, herausgefunden werden. 

 

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Liebe Grüsse und bis nächste Woche, deine Anita.


Kein Heilversprechen: Grundsätzlich soll bei keinem meiner Artikel der Eindruck erweckt werden, dass diesen ein Heilversprechen meinerseits zugrunde liegt, oder, dass Linderung oder Besserung eines Krankheitszustandes garantiert oder versprochen werden kann


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Heuschnupfen, Allergie, TCM, Akupunktur

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