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Die Gebärmutter - ein ganz besonderes Organ

Dass die Gebärmutter viel leistet und wahre Wunder vollbringt, ist den meisten von uns klar. Aber sehen wir uns doch mal genauer an, was dieses Meisterwerk der Natur alles kann: 

  • Die Gebärmutter ist ca. 7x 5 cm groß, ähnelt einer auf dem Kopf stehenden Birne und wiegt ca 60 -100 gr
  • Während der Schwangerschaft kann sie soweit heranwachsen, dass sie bis unter den Rippenbogen reicht und ein (oder zwei, drei) über 50 cm große/s Baby/s bewahrt. Sie wiegt dann 10 x so viel wie gewöhnlich, d.h. ca 1 kg. Kein Muskel im menschlichen Körper kann sie so weit dehnen.
  • Sie besteht aus drei Schichten: die äußere Schicht ist ein Bindegewebe, welches mit dem Bauchfell verwachsen ist, die mittlere Schicht ist der Muskel und die innere Schicht ist die Schleimhaut (Endometrium), welche die Gebärmutterhöhle auskleidet.
  • Sie reagiert auf den Hormonhaushalt, indem sie regelmäßig Schleimhaut aufbaut und wieder abbaut. Nistet sich ein befruchtetes Ei ein, ernährt sie diesen über diese Schleimhaut mit Nährstoffen, bildet dann neue Gefäßverbindungen und dann (zusammen mit der Eihaut des Embryo) auch die Plazenta.
  • Auch die Produktion des Zervixschleims ist hormonabhängig und sorgt dafür dass die Spermien passieren können oder nicht.

 

Auch aus chinesischer Sicht hat die Gebärmutter ganz besondere Funktionen und nicht nur das...

 

Die Gebärmutter gehört nicht zu den gewöhnlichen Yin- oder Yang Organen, welche einen eigenständigen Meridian haben. Sie gehört - neben Gehirn, Knochen, Mark, Gallenblase und Blutgefäßen - zu den sogenannten außerordentlichen Organen. Sie hat eine Yin-Funktion (das Speichern von Blut, des Embryo und Fötus) und eine Yang-Funktion (das Austreiben des Periodenblutes oder des Babys).

 

Sie hat Verbindungen zu mehreren Organen und Meridianen und so wirkt sich ein Ungleichgewicht in verschiedenen Körperregionen auf unsere Gebärmutter und somit unseren Zyklus aus....

 

Die Verbindung mit den außerordentlichen Meridianen

 

Chong Mai

Er gehört zu den 8 außerordentlichen Meridianen. Er enthält wertvolle Essenz und gilt als Reservoir des Blutes. Er hat seinen Ursprung in den Nieren und durchzieht den Uterus. Nach der Periode füllt er sich, um sich dann über den Uterus zum Zyklusende zu leeren – es kommt zur Periodenblutung.  Durch z.B. Bauchops (Kaiserschnitt), aber auch durch Geschlechtsverkehr während der Periode kann der Chong Mai verletzt werden und Stagnation verursachen. Es kann dann zu Schmerzen und klumpiger Blutung kommen.  Auch eine starke Milz-Qi-Schwäche kann durch die nachfolgende Schwäche des Blutes zu einer Schwäche im Chong Mai führen.

 

Durch seinen Verlauf (bzw. der Verbindung zum Lebermeridian) entlang der Innenseite der Oberschenkel, lassen sich Schmerzen in diesem Bereich während der Periode erklären.

Ist die Frau schwanger, bleibt der Chong Mai gefüllt. Viele Frauen bemerken das daran, dass sie schon sehr früh nicht mehr auf dem Bauch liegen können, auch wenn der Bauch noch nicht gewachsen ist.

 

Da der Chong Mai eine enge Verbindung mit dem Magen hat, kommt es durch diese Fülle oft zu Übelkeit und Unwohlsein in der Frühschwangerschaft. Auch als Aphten oder Mundentzündungen (vor allem vor der Periode) kann sich diese Hitze im Magenmeridian bemerkbar machen.  

 

Der Chong Mai ist außerdem für die Bildung der Plazenta verantwortlich, zieht durch die Brust und versorgt auch diese mit Blut und somit mit Muttermilch (das weiße Blut).

 

Ren Mai

Dieser außerordentliche Meridian hat einen eigenen oberflächlichen Verlauf, an dem es Akupunkturpunkte gibt. Er hat seinen Ursprung in den Nieren, zieht zur Gebärmutter und kommt am Damm an die Oberfläche. Ab hier verläuft er dann gerade durch die Mitte des Bauches Richtung Kopf.

 

Er ist das Reservoir des Yin (also der Flüssigkeiten) und hat eine Verbindung zum Chong Mai sowie zum Du Mai, welcher das Yang im Körper speichert. Bei der Frau reguliert er die Empfängnis und Schwangerschaft sowie die 7-Jahres-Zyklen der Frau: Beginn des weiblichen Zyklus mit der ersten Menstruation (mit ca. 14 Jahren) und das Klimakterium mit 7x7 Jahren. 

 

Da der Ren Mai u.a. das Kinn versorgt, können sich bei einer Störung im Ren Mai, Hautauffälligkeiten wie Akne in diesem Bereich zeigen. Auch eine ungewöhnliche Gesichtsbehaarung bei Frauen lässt eine Stagnation in diesem Meridian vermuten. Da er den Körper mit Yin, also Kühlflüssigkeit versorgt zeigt sich eine Schwäche dieser auch in Nachtschweiß, Schlaflosigkeit, Unruhe und Hitzewallungen. 

 

Du Mai

Wie der Ren Mai hat auch der Du Mai eigene Akupunkturpunkte, verläuft aber auf der Rückseite des Körpers. Beginnend im unteren Abdomen zieht er zu den äußeren Geschlechtsorganen, versorgt diese, fließt dann weiter zum Damm und tritt dort an die Oberfläche fließt auf der Wirbelsäule bis hoch zum Kopf über den Scheitel nach vorne zur Oberlippe. Auf diesem Weg versorgt er außerdem noch das Gehirn.

Der Du Mai hat noch zwei besondere Verbindungen. An den Genitalien entspringt nochmal ein Ast, welcher zusammen mit den Milz-Meridian zum Herzen fließt, sich dort mit dem Blasenmeridian verbindet und Richtung Auge verläuft.

Die zweite Verbindung zieht von den Genitalien zum Gesäß und versorgt dieses (Thema: kalter Po), und fließt dann ebenfalls zum Auge.  

Ein weiteres Gefäß des Du Mais verbindet sich mit dem Nieren-Meridian.

 

Der Du Mai wird als „See des Yang“ bezeichnet, ist also für unsere Körperwärme, Kraft und unsere Libido verantwortlich. Im Bezug auf die Gebärmutter versorgt er diese mit Wärme, sorgt für ein warmes Nest und kontrolliert die Wandlung des Ovums in einen Embryo.

 

Störungen in diesem Meridian können aus chinesischer Sicht auch zu Kinderlosigkeit aufgrund eines kalten Uterus führen, zu Libidomangel und durch die fehlende Wärme zu Haltefunktionsstörugen wie Hämorrhoiden, Prolapse und chronischen Ausfluss. Die fehlende Wärmeversorgung zeigt sich auch in chronischer Müdigkeit, einer Abneigung gegen Kälte und Infektanfälligkeit. 

 

 

Bao Mai: „Liebe geht durch den Magen…" und durch den Uterus

Es gibt noch eine wichtige Verbindung. Die Straße vom Herzen zum Uterus – Bao Mai. Diese versorgt den Uterus mit Blut und erklärt uns die enge Verbindung von Emotionen (Shen/Herz) zum Zyklus. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn bei Stress die Periode ausbleibt oder auch schmerzhaft wird. Alle Emotionen werden den Shen des Herzens beeinflussen und so eine Auswirkung auf die Periode haben.  

 

Und dann gibt es noch etliche Bao Luo, kleine Verbindungen, die den Uterus umgeben und mit den Nieren so wie mit dem Bao Mai verbinden. Diese Gefäße schaffen die wichtige Verbindung des Uterus mit Herz und Nieren.

 

 

 

Im 2. Teil des Blog-Beitrag gibt es dann einen Überblick über die Verbindungen zu den Organen. 


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