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Die guten Seelen - dritter Teil

Im dritten und letzten Teil erfährst du, was uns auf körperlicher Ebene fühlen lässt. Neben Shen und Hun gibt es noch die Körperseele - Po. Sie übernimmt viele gegenteilige Aspekte in Bezug auf die Wanderseele Hun. So ist Po mehr Yin  und  die Wanderseele ist mehr Yang. Shen dagegen ist eine Art von Qi, und verdeutlicht uns so die enge Verbindung von Körper und Geist. Aber nun mehr zur Körperseele:

Po wird der Lunge zugeteilt. Po wird drei Tage nach der Empfängnis gebildet, wird von der Mutter vererbt und auch von der Körperseele der Mutter während der Schwangerschaft und auch danach genährt. Po lässt uns auf körperlicher Ebene empfinden. Juckreiz, Wärme, Kälte, alles was über die Haut passiert, wird von Po empfunden und verarbeitet. Nach der Geburt geht das ganz instinktiv über den Körperkontakt und über das Stillen.  Po lässt nicht nur Hautberührungen empfinden, sondern ist für alle anderen physiologischen Prozesse verantwortlich, wie Atmung, Bewegung und Koordination. Po kann mit dem Stammhirn verglichen werden, welches für alle autonomen Prozesse wie Atmen und Herzschlag verantwortlich ist.

 

Emotionen wirken sich nicht nur auf Shen aus, sondern auch auf die Körperseele. Emotionaler Stress schnürt die Körperseele ein und kann das Qi der Lunge stagnieren lassen. Auch in den Faszien des Körpers entsteht dann Stau und wir werden angespannter und neigen dann zu Verspannungen und Fehlhaltungen. Wachsen wir in einer unsicheren Umgebung auf, werden wir eine andere Körperhaltung einnehmen wie ein Mensch der liebevoll und angstfrei aufwachsen durfte. Sicherheit und das Austesten von Grenzen, was Klettern, Toben und Bewegung angeht, schon von klein auf, stärkt unsere Körperseele und beeinflusst den Qi-Fluss im ganzen Körper positiv. Ein gut genährte Körperseele gibt Selbstvertrauen. 

Ein Ungleichgewicht der Körperseele äußert sich eher tagsüber. Es zeigen sich Hautprobleme, Juckreiz, das Bedürfnis nach Berührungen, sowie  Ängste, Sorgen und Traurigkeit. 

 

Wie du die Körperseele stärkst: 

Bleibe in Bewegung:  balanciere, hüpfe, laufe und klettere. 

Gehe barfuß über Steine, über Baumstämme, über Kiesel und Sand. Spür deinen Körper. 

Atme - und zwar in allen Körperstellungen. Das lässt sich gut mit Hilfe von Yoga erlernen.

Lasse dich massieren, umarmen und streicheln. Das lässt die Körperseele spüren und leben. 


Die Körperseele übernimmt den Yin-Teil, im Gegensatz zur Wanderseele, die mehr Yang ist. Sein Schriftzeichen beinhaltet das Radikal "bo", welches auch für Mond steht. 


Und hier noch die beiden anderen, nicht zu vernachlässigenden Aspekte von Milz und Niere:

Yi- der Intellekt wird der Milz zugeordnet. Die Milz hat die großartige Aufgabe des Umwandeln. Das Umwandeln von Mentaler Nahrung gehört da auch dazu. Die Merkfähigkeit (eher Kurzzeitgedächtnis), das Lernen, Denken und das Fokussieren und Konzentrieren wird Yi zugeschrieben. Übermäßige Feuchtigkeit und Schleim können unseren Intellekt negativ beeinträchtigen. Neben dem Singen, der Meditation und dem Erlernen von Achtsamkeit, kannst du die Milz am Besten über die Ernährung unterstützen. Wie du die Milz stärkst und somit Feuchtigkeit vorbeugen kannst, kannst du hier nachlesen. 

 

Zhi- die Willenskraft und das Gedächtnis wird der Niere zugeordnet. Das Gedächtnis der Niere bezeichnet hier eher das Langzeitgedächtnis. Die Willenskraft der Niere gibt uns die Entschlossenheit und den Willen eine Idee umzusetzen. Ein depressiver Mensch ohne Antrieb und Motivation, lässt auf eine Schwäche der Niere schließen. Die Nieren werden geschwächt durch Überarbeiten, Drogen- und Medikamentenmissbrauch und langer Krankheit. Aber auch ein angeborener Mangel an Nieren-Essenz kann Schuld sein, hier ist es besonders wichtig, die Nieren zu schonen, indem Dinge wie  Fasten, Ängste und Adrenalinausschüttungen vermieden werden.  Die Essenz wird bewahrt, indem man ausreichend Qi produziert. Walnüsse, Maroni, Sesam, Eier, viele Hülsenfrüchte, Ziegenmilch, Hirse und Amaranth sind gute Essenz-Lieferanten. 


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