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Die guten Seelen - zweiter Teil

Im letzten Post ging es um das Glück und die Freude am Leben, das Verwirklichen von Ideen.  Aber woher kommen die Visionen, die das Herz dann mit voller Freude ausführen kann? 

Hun betritt drei Tage nach der Geburt den Körper, sie wird vom Vater vererbt. Hun hat ihren Sitz in der Leber und wird vom Leberblut verankert. Es heißt wenn der Mensch stirbt, dann geht auch die Wanderseele zurück in die inmaterielle Welt. Sie ist also zu vergleichen mit der Vorstellung von Seele, wie sie einige hier bei uns haben.

In der chinesischen Medizin hat diese Seele aber einige Aufgaben, die für ein erfülltes Leben sehr wichtig sind. Hun gibt uns eine Orientierung im Leben und lässt uns Dinge planen. Er gibt uns Visionen, Kreativität und Ideen. Die Wanderseele ist quasi immer in Bewegung und auf der Suche nach neuen Herausforderungen und Abenteuern. Der Mut dazu kommt ebenfalls von Hun (und auch von der Gallenblase). Haben wir einen gut verankerten Hun, da werden wir einen Notizbuch haben, Zeilen vollgeschrieben mit Dingen, die zu erledigen sind, Dinge die wir uns erfüllen wollen und vielleicht auch Dinge, die weit weg und nicht erfüllbar zu seien scheinen. Hun schickt diese Ideen zu Shen, welcher sie dann eine nach der anderen erledigen wird. Hier ist ein gutes Zusammenspiel wichtig. Shen braucht immer wieder neue Aufgaben, kann aber nur eine nach der anderen abarbeiten. Kommen zu viele, wird Shen damit überfordert sein.

Außerdem ist Hun der Teil, der sich nach außen bewegt, uns in  Kontakt treten lässt mit Menschen und der Gesellschaft, er gibt uns innerhalb der Gesellschaft unseren Platz und unsere Individualität. Wir werden gerne Reisen und Lust auf andere Menschen haben.  Eine Störung in der Wanderseele kann sich auswirken in einer Unfähigkeit mit Menschen in Kontakt zu treten, Augenkontakt herzustellen. Sowas sieht man bei Autismus. 

 

Ist das Leberblut schwach, dann ist die Wanderseele nicht gut verankert, sie wandert dann vor allem nachts umher und lässt uns viel Träumen, unruhig sein und eventuell auch Schlafwandeln. Wir sind ängstlich und können depressiv werden. Dieses diffuse Angstgefühl am Abend, wenn man nicht weiß warum eigentlich, das bringt ein schwacher Hun mit sich. Aber auch Ruhelosigkeit bis hin zum manischen Verhalten oder ein ausprägter Ordnungssinn wird der Wanderseele zugeschrieben, und zwar dann wenn der Geist nicht in der Lage ist, Hun zu kontrollieren, weil entweder Shen zu schwach ist oder Hun zuviel "Output" hat. 

 

Kinder sind ein gutes Beispiel für eine nicht verankerte Körperseele. Shen ist noch nicht reif genug, um Hun zu kontrollieren. Sie sind voller Ideen, Fantasie, sind impulsiv und haben noch wildere Träume. Mit etwa 7 Jahren wird Hun dann besser kontrolliert, und die Kinder können dann auch ihre Gefühle besser steuern. 

 

Wie dein Hun besser verankert wird: 

- Stärke dein Leberblut mit der Ernährung. Das heißt, alles was dein Qi stärkt, stärkt auch dein Blut (das kannst du hier nachlesen). Zusätzlich sind grüne Blattgemüse blutbildend. Das Kochen von Suppen, Eintöpfen, das Garen und Dämpfen bewahrt deine Säfte und somit dein Blut.

- Vermeide zu scharfe und bittere Nahrungsmittel und sowie starkes Schwitzen. 

- Für eine ausgeglichene Leber ist Bewegung von großer Bedeutung. Anspannung und Stress lassen sich so gut abbauen.

- Auch das Schaffen von Ordnung, innerlich wie äußerlich lässt Hun ruhiger werden. Das heißt: Ausmisten, keinen unnötigen Ballast ansammeln und das Niederschreiben von Ideen und Pläne.

- Und: probiere öfter mal was Neues aus. Raus aus der Kontrolle! Lasse deiner Kreativität freien Lauf, gibt deinen Visionen und Ideen eine Chance! 


Hun ist immer in Bewegung und wird von Shen kontrolliert


Und nächste Woche erfährst du was uns die Fähigkeit gibt auf körperlicher Ebene zu fühlen. Warum Berührungen so wichtig sind und was uns atmen lässt. 


Hast du noch Fragen, ist dir etwas unklar? Du kannst gerne hier in den Kommentaren schreiben oder auch gerne eine Email. 

 

Alles Liebe und bis nächste Woche, deine Anita 

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