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Die 5 Elemente und wie du sie in deinem Alltag integrieren kannst

Im Herbst-Beitrag habt ihr schon ein paar Dinge über das Metall-Element lesen können. Wie es um die anderen Elemente steht und wie ihr die 5 Elemente dazu im Alltag einsetzen könnt, will ich euch heute veranschaulichen. 

 

Die traditionelle chinesische Medizin teilt eigentlich alles in die 5 Elemente ein. Natur und Mensch, Formen und Farben, menschliche Eigenschaften und Emotionen. Die Natur, und somit auch der Mensch unterliegt einem bestimmten Zyklus. Die Chinesen fanden heraus, dass sich durch die Einteilung und eben diesen bestimmten Zyklen die Elemente in einer bestimmten Folge gegenseitig beeinflussen können. Es erstaunt mich immer wieder wie gut sich diese Zyklen in Diagnostik und Therapie der chinesischen Medizin, ebenso wie im Alltag umsetzen lassen. 

 

Diese Zyklen gibt es:

 Im Fütterungszyklus 

Immer das nächste Element wird genährt und erzeugt. Wasser nährt das Holz. Wächst das Holz allerdings zu schnell, wird zu viel Wasser verbraucht. 

 

Im Kontrollzyklus:

Immer das übernächste Element wird kontrolliert, das heisst es hat einen umwandelnden Einfluss. Metall schneidet zum Beispiel Holz.  Hier kann es auch zu einer Überkontrolle kommen. 


Die Begriffe die ich verwende kommen aus der chinesischen Medizin. Diese teilt Organe in Funktionskreise ein, die auch den psychischen und seelischen Aspekt miteinbeziehen. Der körperliche Teil entspricht nur teilweise dem, wie wir es aus der Schulmedizin kennen.  Die Milz aus chinesischer Sicht beispielsweise entspricht eher den Funktionen von Bauchspeicheldrüse und Dünndarm und erweitert sich noch in Funktionen die das Blut und Gehirn betreffen. 


Erde

Grübeln - Denken - gelb - Singen - süsser Geschmack - Übergangszeiten

"Sorge dich nicht um die Ernte, sondern um die richtige Bestellung deiner Felder."

-Konfuzius-

 

Die Erde ist unser Zentrum. Zu ihr gehören Magen und Milz. Die Hauptorgane, um unser Qi zu produzieren. Haben wir ein starkes Erd-Element sind wir ausgeglichen und harmonisch. Wir geben unseren Kindern Halt und nähren sie. Wir sind fürsorglich und zuverlässig. Wir können uns gut konzentrieren und lernen.

 

Ist unsere Mitte hingegen schwach, dann sind wir müde, energielos und träge. Wir haben keinen Appetit, aber Heisshunger auf Süssigkeiten. Wir schaffen es nicht in der Gegenwart zu bleiben, sind von Sorgen und Grübeleien geplagt, im schlimmsten Fall von fixen Ideen bis hin zu Zwangsgedanken. Konzentrationsstörungen und Zerstreutheit begleiten uns, wir werden unflexibel und unsicher, und neigen somit zu Schuld- und Schamgefühlen.

 

Zu viel Lernen, vor allem in Schule, Studium und Beruf lässt unsere Milz schwächen. Die Milz ist auch anfällig für Nässe. Eine feuchte Umgebung oder ein Wohnraum, in dem es eventuell sogar schimmelt  sind ebenso Gift für unsere Mitte. 

 

Das Erdelement  lässt sich am besten über die Ernährung stärken. Ein warmes Frühstück und überwiegend warme, süsse Lebensmittel, wie süsse Getreidesorten und Gemüse. Kalte, schleimbildende Lebensmittel (Brot, Milch, Bananen, Süssigkeiten) so gut es geht meiden. Auch andere Faktoren, wie eine liebevolle, zuverlässige und starke Mutter nährt die "Mitte" unserer Kinder. 

Kontrollzyklus: Übermässiges Grübeln kann über das Holz gemildert werden, indem logisch und konstruktiv abgewägt wird, Gedanken geordnet und somit abgehakt werden. 

 


 Metall 

Traurigkeit - Po - Weiss - Weinen - scharfer Geschmack - Herbst

 " Gemeinsamkeit aller Lebewesen ist der Atem"

-Chinesisches Sprichwort-

 

Zum Metallelement gehören die Lunge und der Dickdarm, sowie die Haut. Sie tragen auch einen großen Teil zur Qi-Produktion bei. Die Körperseele Po wird von der Lunge beherbergt. Sie tritt bei der Geburt in den Körper und verlässt ihn wieder mit dem Tod. Po lässt uns Sinne empfinden und wird über die Haut genährt. Wird ein Mensch geboren, durchläuft er auch in Wachstum und Entwicklung den Rhythmus der 5 Elemente. Ein Neugeborenes befindet sich im Metallelement. Hier nähren wir automatisch über die Haut mit Berührung und dem Stillen. 

 

Ein starkes Metall-Element erkennen wir an strukturierten, disziplinierten Handeln, oft sind es Führungskräfte mit autoritären Auftreten. 

Ist das Metall-Element eher schwach, kehrt traurige, niedergeschlagene Stimmung ein, man ist von Zukunftsängsten geplagt, wird selbstsüchtig, skrupellos und egoistisch. Emotionaler Stress, unterdrückter Kummer, Ungerechtigkeit und Einengung wirken sich negativ auf das Metall-Element aus.

 

Kontrollzyklus: Hier können wir mit dem Feuer-Element gegensteuern. Bestes Beispiel dafür ist der Krankenhaus-Clown, der mit Humor und Lachen den Kummer vertreibt. Auch mit gutem Essen, das all unsere Sinne berührt, mit unserer Lieblingsmusik und allem was unser Herz begehrt können wir traurige Stimmung vertreiben. 


Holz

Zorn - Hun- grün - Schreien - saurer Gesmack - Frühling

"Der Baum wünscht Ruhe, aber der Wind hört nicht auf."

-Chinesisches Sprichwort-

 

Holz bedeutet Wachstum und somit Flexibilität. Ist dies nicht möglich aufgrund von z.B. Einengung richtet sich die Energie entweder nach innen als Frustration oder nach aussen als Wut. Die Wut ist ein zentrales Thema in Bezug auf das Holz-Element. Diese kennen wir bei uns ebenso wie bei unseren Kindern.

Die Organe Leber und Gallenblase sind dem Holz zugeordnet. In der Leber wohnt die Wanderseele Hun. Hun, so sagt man laut der chinesischen Überlieferung, betritt den Körper drei Tage nach der Geburt und entspricht in etwa unserer westlichen Seele, welche ebenfalls nach dem Tod den Körper verlässt. Hun gibt der Seele Bewegung in Form von Träumen, Ideen und künstlerischer Aktivität. Auch das Planen der Umsetzung dieser Ideen wird vom Holz gesteuert.  Die Bewegung im Bezug auf menschliche Beziehungen, indem wir aufeinander zugehen und tolerant sind, gehört ebenfalls dazu. Sie ist unser intuitiver und fantasievoller Aspekt. 

 

Das Holzelement reagiert negativ auf Ärger, Streit, Druck, Über- und Unterforderung. Die Folgen sind Wutanfälle, Reizbarkeit und Ungeduld. Auch Albträume schreibt man der Wanderseele zu.  Das kennen wir allzu gut von den Kleinen. Indem man eben diese Auslöser so gut es geht vermeidet, kann man so manchen Wutanfall umgehen. Kinder sind ein gutes Beispiel für eine noch nicht fest verankerte Wanderseele. Sie lässt sich erst etwa mit 7 Jahren unter Kontrolle bringen. Kinder leben in ihrer eigenen Welt, haben fantastische Ideen, handeln intuitiv, lassen sich aber auch schnell aus dem Gleichgewicht bringen.

 

Kontrollzyklus: Kinder, vor allem solche die schnell die Geduld verlieren, kann man gut über das Metall-Element kontrollieren. Das Metall bringt Klarheit, Strukturen, feste Regeln und Rituale mit. Aber auch über die Emotion des Metalls, dem Weinen und dem Traurigsein, können Kinder und auch Erwachsene gut Druck ablassen. Überschießendes Leber-Yang in Form von Zorn, aufsteigenden Hitzegefühlen oder auch Kopfschmerzen lässt sich gut über die Atmung in Form von sanfter Bewegung wie leichtes Joggen, Wandern oder einfachen Spazierengängen "ablaufen". Ein Abendspaziergang mit der Familie lässt uns nochmal runterkommen. 


Feuer

Freude - Shen - rot - Lachen - bitterer Geschmack - Sommer

"Jede Minute, die man lacht, verlängert das Leben um eine Stunde"

-Chinesisches Sprichwort-

 

Herz und Dünndarm gehören zum Feuerelement. Im Herzen sitzt unser Geist Shen. Er lässt uns bewusst werden, klar denken. Haben wir eine stabiles Feuer-Element, nehmen wir Sinne richtig wahr, sind begeisterungsfähig, haben Mitgefühl, sind achtsam, leidenschaftlich und haben Freude am Leben. Wir können gut und gerne Sprechen und Lachen.

 

Ein zu starkes Feuerelement lässt uns rastlos werden, etwas zu viel sprechen und zu laut und schrill lachen. Zuhören fällt dann schwer und man unterbricht den anderen. Gegenteilig kann aber auch Stottern auftreten.

Zeitdruck, intellektuelle Überanstrengung und auch die Hitze sind Gift für unser Herz. Auch zu viel Kaffeegenuss wirkt sich negativ aus. Wir können nervös, schreckhaft und schlaflos werden.

 

Kontrollzyklus: Wasser löscht ein zu starkes Feuer. Hier können zum Beispiel salzig-kalte Nahrungsmittel wie Algen, Meeresfrüchte, Sojasosse und kaltes (Mineral-)Wasser einem zu hitzigen Herz-Element gegensteuern. 

Fütterungszyklus. Holz füttert Feuer: Es Kann sein, dass die Leber zu viele Ideen und Träume hat und das Herz damit überflutet wird. Hier kann versucht werden, einige Ideen erst einmal in die Tat umzusetzen. Und die vielen Projekte zu planen. (Planen gehört zum Holzelement). Mit dem Erfolg und der Freude die dadurch entsteht, stärkt man das Herz.


 

Wasser 

Angst - Willenskraft - blau/schwarz - Stöhnen - salziger Geschmack - Winter

"Wenn der Brunnen trocken ist, erkennt man den Wert des Wassers."

-Chinesisches Sprichwort-

 

Zum Wasserelement gehören die Nieren und die Blase. Ohne Wasser kann kein Leben stattfinden. In den Nieren ist unsere Essenz Jing, die Energie die uns von unseren Eltern mitgegeben wird. Ohne Essenz kein Leben. Ist die Essenz zu Ende, dann stirbt der Mensch. Indem wir für eine gute Qi-Bildung sorgen, können wir unsere Essenz sparsam verbrauchen. Einen angeborenen Essenzmangel erkennt man an geistiger Retardierung, an Knochenfehlbildungen oder auch an Entwicklungsverzögerungen beim Laufen, Sprechen, Zahnen. Im Erwachsenenalter erkennt man ihn am frühzeitigen Altern mit Zahnverlust, Osteoporose, frühem Ergrauen, Haarausfall oder Sterilität. Den Nieren schreibt man auch die Gene und somit alles Vererbbare zu.

Hat man eine starke Wasserenergie, sind wir willensstark, wissbegierig, furchtlos und selbstbewusst. Wir haben ein gutes Urvertrauen, stehen fest im Leben, sind entschlossen und zielstrebig. Bei einer Schwäche sind wir ängstlich und unsicher, trauen uns nichts zu und haben Minderwertigkeitskomplexe. Auch das Einnässen, zählt hier drunter.

Das Wasserelement wird durch Angst und Schock, aber auch durch Kälte geschwächt.  Deshalb ist es auch aus chinesischer Sicht wichtig, dass unsere Kinder angstfrei aufwachsen können.

Kontrollzyklus: Bei ängstlichen Kindern handeln wir intuitiv, indem wir sie in dem Arm nehmen und singen (Erde). Ausserdem können wir unsere Kinder mit einem starken Erdelement erziehen, also mit angemessen fürsorglicher, liebevoller Art und Weise, die das das Wasserelement stärken soll. Ausserdem über ausreichend selbst produziertes Qi, um die Essenz nicht unnötig anzuzapfen. Das heisst Mitte-stärkende Ernährung und über den

Fütterungszyklus: ausreichende Bewegung um eine ordentliche Lungenbelüftung herzustellen. (Metall-Element)

 

  

Bei soviel im Kreis denken, wird einem ganz schwindelig. Ich hoffe ich konnte dir einen Einblick in die 5-Elemente Theorie geben und du kannst etwas in deinen Alltag integrieren. 

 

Bis zum nächsten Mal und eine schöne Woche!

 

Quellen: Grundlagen der chinesischen Medizin - Giovanni Maciocia, Die Psyche in der chinesischen Medizin- Giovanni Maciocia, Leitfaden chinesische Medizin - Claudia Focks, 5-Elemente-Ernährung - Barbara Temelie, 

Alltag mit Kinder unterstützen mit den 5 Elementen, TCM

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