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Ernährung nach den 5 Elementen Teil 1

Wer sich als erstes einen groben Überblick über die Begriffe schaffen will, kann sich hier einklicken

 

Die Ernährungslehre ist ein wichtiger Bestandteil der TCM und nicht zu vernachlässigen. Man sagt dass 80% der Therapie die Lebensführung, welche die Ernähung mit einschließt, ausmacht. Die richtige Ernährung stärkt den Organismus und trägt erheblich zur Gesunderhaltung bei. Mit ihr kann man aber auch aufgrund der Einteilung der Lebensmittel gezielt erste Symptome selbst lindern und z.B. Erkältungen stoppen. Bei hartnäckigen Symptomen wird aber eine individuelle Beratung und Behandlung notwendig. 

 

Allgemeine Prinzipien der 5-Elemente-Ernährung

Eingeteilt in Temperaturverhalten und den 5 Geschmacksrichtungen (z.B. ist kalt-bitter oder warm-bitter möglich) lassen sich Lebensmittel bestimmten Wirkmechanismen, Organen, Jahreszeiten und natürlich den 5 Elementen zuteilen und können somit gezielt eingesetzt werden. Vieles wenden wir schon instinktiv richtig an.

  • alle 5 Elemente sollten in einem Gericht möglichst gleichmäßig vorkommen, wobei jedoch der süße Geschmack den Hauptanteil ausmacht. Überwiegt ein Element wirkt es therapeutisch. Das Gleiche gilt für kalte und heisse Lebensmittel. Hier ist Vorsicht geboten, wenn man nicht weiss, ob man zum Hitze- oder Kältetyp neigt
  • wenn möglich sollte 3x am Tag warm gegessen werden, somit wird auch der Heißhunger auf Süßes zwischen den Hauptmahlzeiten vermieden. Lass dich aber nicht unter Druck setzten, solange der Hauptteil der Mahlzeiten nicht aus Brotmahlzeiten besteht, ist schon viel geholfen..
  • Wichtig aber ist: schon morgens mit einem warmen Frühstück beginnen (z.B. Rührei, Reisbrei, Suppe oder ähnlichem)
  • mittags eine normale Portion, welche möglichst Eiweiß enthalten soll
  • abends wenig, leicht Verdauliches, keine Rohkost und nicht zu spät essen (vor 19 Uhr), da der Körper sonst Schwierigkeiten mit der Verdauung hat
  • auf Brot und Milchprodukte (nach der TCM schleimbildend und milzschwächend) so gut wie es geht verzichten
  • Lebensmittel sollten wenn möglich biologisch wertvoll sein, vor allem Fleisch und tierische Produkte
  • allgemein sollte nicht zu einseitig gegessen werden (z.B. nur energetisch heißes), um Fülle-Zustände (z.B. Magen-Feuer mit Magenschmerzen, Sodbrennen) oder Leere-Zustände (z.B. Qi- oder Yangmangel mit Müdigkeit und kalten Extremitäten) zu vermeiden
  • den Jahreszeiten angepasst essen (z.B. keine oder nur wenig kalte Lebensmittel im Winter, mehr scharfe und ein wenig saure Lebensmittel im Herbst)
  • während dem Essen sollte nicht über Probleme oder andere unangenehme Themen gesprochen werden, dies verknotet das Qi und die Qi-Produktion ist somit gestört. Am Besten in angenehmer Atmosphäre mit seinen Liebsten das Essen in Ruhe genießen!
  • möglichst wenig Rohkost, Südfrüchte, kalte Getränke, Milchprodukte und Süssigkeiten essen. Sie schwächen das Verdauungsfeuer
  • Vegetarier sollten 2-3 x die Woche Hülsenfrüchte essen
  • Die Ausnahme bestätigt die Regel! Nicht zu sehr versteifen und sich auch was gönnen!

 

Die Thermik:

Heiße Lebensmittel

  • z.B. scharfe Gewürze, Gebratenes, hochprozentiger Alkohol
  • erhöhen Yang-Anteil und sind somit bei Kältezuständen sinnvoll einzusetzen und bei Hitzezuständen und Flüssigkeitenmangel zu meiden (z. B. Fieber, Kopfschmerzen, Bluthochdruck)

 Warme Lebensmittel

  • z.B. Kaffee, Wein, Gewürze wie Koriander, Kardamom, viele Fischsorten
  • bauen Qi auf und erwärmen

Neutrale Lebensmittel

  • die meisten Lebensmittel
  • neutralisierend, stärken ebenso Yang (Qi) sowie Yin (Blut, Flüssigkeit) und sollten in jeder Mahlzeit vorkommen

Kühle/erfrischende Lebensmittel

  • z.B. Sauerkraut, Sellerie, Spargel, Avocado, Salbei, viele Obstsorten
  • erfrischen und befeuchten

Kalte Lebensmittel

  • z.B. Gurke, Mango, Wassermelone, Joghurt
  • kann Verdauungsfeuer zu stark abkühlen, bei Hitze aber anzuwenden, auch im Sommer dürfen solche Lebensmittel mehr zum Einsatz kommen 

Kalte und heisse Lebensmittel möglichst in Maßen geniessen, da sie stark auf den Körper wirken. Im Allgemeinen sollte man die Mitte (also Milz und Magen) stärken, um ordentlich Qi zu produzieren. Dies macht man am besten mit hauptsächlich warmen, neutralen und kühlen Lebensmitteln.

Kalte Lebensmittel kann man mit einem heissen Gewürz etwas neutralisieren. Ausserdem werden Lebensmittel durch das Mahlen, Backen und Trocknen energetisch wärmer.

 

Eine Umstellung der Ernährung braucht Zeit und muss Schritt für Schritt entstehen. Versuche dich nicht zu stressen und unter Druck zu setzten.

 

Empfehlenswerte Bücher zum Thema sind:

5-Elemente Ernährung (inklusive dem Poster mit der Einteilung der Lebensmittel ) von Barbara Temelie

Iss, was du bist von Tanja Bunse und Esther Krahwinkel

 

Dieser allgemein gehaltener Artikel ersetzt keine individuelle und persönliche Beratung und Behandlung!

 

Nächste Woche kommt der zweite Teil mit den 5 Geschmacksrichtungen. Bis dahin eine schöne Woche!

 

Quellen: 5-Elemente Ernährung von Barbara Temelie, Leitfaden Chinesische Medizin von Claudia Focks

     

Eine Einführung in die  5-Elemente-Ernährung der TCM, im Teil 1 wird die Thermik besprochen

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